“Wir wollen unsere Kraft und unseren Aktivismus einsetzen, um das Leben aller Frauen, überall, in jeder Arbeit zu verändern.“

– Mira Sorvino –

Frauen im Tourismus: Chancen, Gefahren & gezieltes Empowerment

Weit mehr als die Hälfte aller Beschäftigten im weltweiten Tourismus sind Frauen – das klingt erstmal nach einer guten Sache, wenn es um finanzielle Unabhängigkeit und Empowerment von Frauen geht. Gleichzeitig lauern hier aber auch viele Gefahren, zum Beispiel, was die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung betrifft. Wir schauen uns an, wie es laufen muss, damit Frauen vom Tourismus wirklich profitieren.

Frauen in der Tourismusbranche: Vorteile & Chancen

Für viele Frauen ist die Beschäftigung im Tourismus ein Ausweg aus der Armut: Die Einstiegshürden sind oft flexibel, genauso wie die Arbeitszeiten. Durch einen eigenen Verdienst ergibt sich die Möglichkeit der Unabhängigkeit. Das kann zum Beispiel – gerade im globalen Süden – heißen, dass Frauen

  • eine Möglichkeit haben, verstärkt am öffentlichen Leben teilzuhaben.
  • mehr Handlungsspielraum bekommen, finanziell wie persönlich.
  • eine gesellschaftliche Aufwertung erfahren.
  • Zugang zu Weiterbildung bekommen.
  • ihr Selbstbewusstsein stärken.

Frauen im Tourismus: Homestay

Frauen im Tourismus, das klingt also in der Theorie sehr gut, doch leider sieht die Praxis oft ganz anders aus. 

Frauen im Tourismus: Probleme & Gefahren

Geringe Einstiegshürden und keine Voraussetzung von Qualifikationen bedeutet oft auch, dass die Tourismusjobs für Frauen eher informell und die Arbeitsbedingungen dadurch sehr schlecht sind. Das bedeutet zum Beispiel, dass

  • Frauen oft nur saisonale Jobs ausüben, was über das Jahr verteilt zu einem Ungleichgewicht und wieder zu Abhängigkeiten führt.
  • zu viele Frauen unterbezahlt werden – die Gender Pay Gap ist auch in Deutschland immer wieder Thema und genauso im globalen Süden ein riesiges Problem. So bekommen weibliche Beschäftigte oft 20 bis 30 Prozent weniger Gehalt als Männer.
  • Frauen weniger angesehene, vermeintlich „weibliche“ Jobs bekommen, während Männer die Manager-Positionen besetzen
  • Rollenklischees verstärkt werden durch diese stereotype Vergabe von Arbeitsplätzen.
  • die Mehrbelastung durch Arbeiten und Kindererziehung bei den Frauen bleibt: An der Infrastruktur für eine Entlastung wird wenig gemacht, die Arbeitstage werden unglaublich lang.

Job und Familie im Tourismus vereinbaren

Die Schäden, die der Tourismus oft in Ländern verursacht, sorgen des Weiteren für verschlechterte Lebensbedingungen und dafür, dass Frauen zum Schutz ihrer Familie nur der Weg in die Prostitution bleibt. Ebenfalls ein Problem ist – auch in Europa – dass Frauen in der Tourismusbranche, zum Beispiel weibliche Angestellte in Hotels, oft auch jenseits von Sextourismus sexualisierter Gewalt ausgesetzt werden.

Frauen im Tourismus: So geht es richtig

Die Gegenüberstellung zeigt: Es gibt gute Ansätze, aber noch viel zu tun. Frauen im Tourismus sollten gezielt gefördert werden, damit sie nicht ausgebeutet werden, sondern wirklich von der Branche profitieren. Sie müssen sich dafür weiterentwickeln und Beruf und Familie gesund vereinbaren können. Dabei geht es nicht nur um eine fachliche Ausbildung, sondern auch um Soft Skills: Diese sind besonders wichtig, um Frauen in Führungspositionen zu etablieren und echte Perspektiven zu bieten. Außerdem gilt: Solange Frauen ungleich bezahlt und bei ihrem Spagat zwischen Karriere und Familie nicht unterstützt werden, kann es keine wirkliche Gleichberechtigung und Chance auf Unabhängigkeit geben. Das gilt natürlich nicht nur für den globalen Süden, sondern für überall auf der Welt – doch es fällt bei starker Armut einfach mehr ins Gewicht. 

Positive Beispiele für das Empowerment von Frauen im Tourismus

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Hier stellen wir Ihnen Projekte und Initiativen im Tourismus vor, durch die Frauen gezielt gefördert und abgesichert werden.

  • Awamaki in Peru: Im Valle Sagrado werden Frauen dabei unterstützt, ihre eigenen Handwerksbetriebe aufzubauen und die Produkte international zu vermarkten.
  • Zahlreiche Initiativen in Indonesien: Auf Bali und Sumatra werden Frauen in verschiedenen Projekten in ihrer Unabhängigkeit gestärkt und in Führungspositionen eingesetzt.
  • Roundtable for Human Rights in Tourism: Der gemeinnützige Verein setzt sich international für Menschenrechte ein. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf gefährdeten Personengruppen wie Frauen, Kindern, indigenen Völkern oder Menschen mit Behinderungen.
  • Raus aus der Gewalt in Nicaragua: Hier lernen Frauen und Mädchen durch gezielte Bildungsarbeit und Rechtsberatung ihre Rechte kennen, einzufordern und unabhängig zu werden.
  • Empowering Women of Nepal: Die NGO sorgt für Bildung und Beschäftigung für Frauen in Nepal – zum Beispiel werden gezielt weibliche Sherpas ausgebildet.
  • She-Taxis in Indien: In Indien ist Gewalt gegen Frauen immer wieder ein Thema, weswegen Taxis und Rikschas von Frauen für Frauen eingesetzt werden. Außerdem werden von Frauen geführte Homestays gefördert und Frauen als Fremdenführerinnen ausgebildet.
  • Verhaltenskodex für faire Arbeitsbedingungen: Wir von Fairaway haben einen Verhaltenskodex, in dem faire Bedingungen und Bezahlung sowie die Absicherung im Krankheitsfall oder im Fall einer Schwangerschaft festgelegt werden. Diesen Kodex müssen alle unsere Partner unterschreiben.

Frauen im Tourismus: Awamaki in Peru

Nachhaltig und verantwortungsvoll Reisen

In der Reisebranche finden Sie immer mehr soziale Unternehmen, wie Fairaway. Für uns ist es wichtiger, einen positiven Beitrag zu einer schöneren Welt zu leisten, als Geld zu verdienen. Als soziales Unternehmen halten wir es für wichtig, dass die Menschen in den besuchten Ländern auch vom Tourismus profitieren. Dies bedeutet zum Beispiel, dass Angestellte ein angemessenes Einkommen haben, dass Reisende häufig in kleinen Hotels übernachten und Ausflüge unternehmen, die ein authentisches Erlebnis bieten. 

Nachhaltig reisen

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