Kreuzfahrten und die Umwelt:

7 Gründe gegen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff

 

Kreuzfahrtschiffe: Gefahr für Mensch und Umwelt

Endlose Weite, Sonnenuntergang mitten im Meer, am besten noch Leonardo DiCaprio und Kate Winslet am Bug – Kreuzfahrtschiffe genießen einen romantischen Ruf. Doch was nach einer schönen Idee klingt, birgt eine große Belastung für die Umwelt und auch die Menschen. Lesen Sie hier, was an Kreuzfahrtschiffen für die Umwelt hochproblematisch ist, was es für nachhaltige Ansätze gibt und welche Vorteile Sie haben, wenn Sie anders reisen.

Die größten Probleme auf einen Blick:

  • Hohe Belastung für die Natur
  • Gesundheitlicher Schaden für Menschen
  • Negativer Einfluss auf Hafenstädte

 

1. Umweltbelastung durch giftiges Schweröl & CO2 Emissionen

Es gibt weltweit 300 Kreuzfahrtschiffe. 76 davon wurden genauer unter die Lupe genommen – und nur eines fährt mit Flüssiggas. Der Rest ist mit dem billigsten und „dreckigsten aller Kraftstoffe“, Schweröl, betankt. Das sorgt für eine gefährliche Abgasbelastung und ist pures Gift für die Natur. Nicht umsonst ist in sensiblen Ökosystemen wie in den norwegischen Fjorden die Einfahrt für Kreuzfahrtschiffe bereits verboten. Bei der Verbrennung von Schweröl entstehen zum Beispiel pro Tag pro Schiff fünf Tonnen Schwefeldioxid, das unter anderem zu saurem Regen führt. Durchschnittlich gilt: Wer eine Woche auf einem Kreuzfahrtschiff verbringt, der verursacht so viel CO2 Emission, wie wenn er 9.000 km mit dem PKW fahren würde. Und dürfte theoretisch den Rest des Jahres nur noch sehr wenig verbrauchen, um annähernd umweltverträglich zu bleiben.

2. Kreuzfahrten & die Umwelt: Enormer Energieverbrauch

Apropos Strom: Kreuzfahrtschiffe verbrauchen die Energie einer Kleinstadt – logisch, denn es befinden sich ja oft mehrere tausend Menschen an Bord. 40 Prozent der Zeit liegen die Schiffe in Häfen, und während dieser Zeit wird der Betrieb an Bord aufrechterhalten. Gastronomie, Kino oder Klimaanlagen laufen auf Hochbetrieb weiter, auch wenn der Großteil der Passagiere nichts davon in Anspruch nimmt. Eine ziemlich unnötige Belastung für die Umwelt, finden wir.

Kreuzfahrtschiffe leuchten in den schillerndsten Farben – der Stromverbrauch auf einer Kreuzfahrt ist enorm.

3. Langzeitfolgen für Menschen

Blick man nochmal genauer auf die Abgase von Kreuzfahrtschiffen, wird auch das Ausmaß der Probleme für die Menschen deutlich: Laut Greenpeace werden jährlich 50.000 vorzeitige Todesfälle in Europa durch Schiffsabgase verursacht. Hafenstädte leiden unter einen enormen Abgasbelastung, da Container- und Kreuzfahrtschiffe ultrafeine Partikel ausstoßen, die Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen bewirken. In Städten wie Hamburg, Kiel oder Warnemünde bedeutet das in Zahlen: Die Luftverschmutzung ist 50- bis 80-mal höher als an stark befahrenen Verkehrsachsen.

4. Auswirkungen auf Städte

Man kennt es aus Metropolen wie Havanna oder Barcelona: Hier legen jeden Tag ein bis zwei Kreuzfahrtschiffe an und spucken riesige Menschenmengen aus, die in die Städte einfallen. Könnte gut für die Einkünfte der Locals sein, ist es aber nur bedingt, denn: Geschlafen und gegessen wird in den meisten Fällen an Bord. Das Geld, das sonst in die Tourismuswirtschaft des Landes fließen würde, bleibt also auf dem Kreuzfahrtschiff bzw. bei der Reederei. Und auch was Ausflüge, Führungen und Co. betrifft, werden laut dem Informationsdienst Tourism Watch mehr als 50 Prozent direkt an Bord verkauft. Lokale Veranstalter gucken in die Röhre. Kein gutes Konzept! Und wenn am Abend die Massen wieder auf dem Schiff sind, kehrt zwar Ruhe ein, aber in der kuscheligen Bar oder dem kleinen Restaurant abseits der Tourimeile ist dann auch keiner mehr.

Zwei riesige Kreuzfahrtschiffe haben in einem kleinen Hafen angelegt.

5. Arbeitsbedingungen der Angestellten

Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren unter ausländischer Flagge. Das hat steuerliche Gründe – und bringt für die Angestellten auf dem Schiff einige Unannehmlichkeiten mit sich. Denn nach zum Beispiel maltesischem, panamaischem oder bahamaischen Recht fallen Ruhezeiten für die Angestellten sehr spärlich aus. Und auch auf den Lohn wirkt es sich aus, wenn die Kreuzfahrtschiffe unter „Billigflagge“ fahren. Zwar gibt es seit 2013 einen Mindestkodex für die Regelung der Arbeitszeiten, aber der ist so angesetzt, dass 14-Stunden-Tage immer noch eher Regel als Ausnahme sind.

6. Umweltverschmutzung durch Kreuzfahrten: Unmengen an Müll

Wie soll man genau kalkulieren, was eine Kleinstadt in zwei Wochen auf hoher See verzehrt? Das ist schwierig bis unmöglich, sodass viel Essen weggeworfen wird. Häufig einfach direkt ins Meer, wo sich organische Abfälle zwar leicht zersetzen. Aber dabei wird das Ökosystem komplett durcheinandergebracht. Der restliche Müll wird in der Regel verbrannt oder bei den Landgängen entsorgt – also oft in Ländern, in denen die Müllentsorgung nicht optimal geregelt ist. Ordentliches Recycling ist die Ausnahme. Ganz zu schweigen von Giftmüllen: Die Nebenstoffe, die bei der für den Antrieb nötigen Erhitzung des Schweröls entstehen, werden als hochgiftiger Ölschwamm oft direkt vom Kreuzfahrtschiff einfach ins Meer gepumpt.

7. Folgen eines Unfalls

Wenn ein Kreuzfahrtschiff einen Unfall hat, ist das nicht nur für die Menschen an Bord gefährlich, sondern auch für die Umwelt. Bildlich gesprochen: Es ergießt sich ein riesiger Ölteppich in das Meer. Vögel, Fische und andere Meeresbewohner verkleben und erleiden eine Schädigung der Atemwegs- und Verdauungssysteme, der Boden wird über Jahrzehnte vergiftet.

Kreuzfahrt nachhaltig – geht das überhaupt?

Die schlechte Nachricht für alle Kreuzfahrtfans: Nachhaltige Kreuzfahrten gibt es nicht, die Umwelt wird immer in Mitleidenschaft gezogen. Flüssiggas ist zwar wesentlich besser als Schweröl und definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Aber deswegen ist es noch lange nicht sauber, da auch hier Emissionen erzeugt werden, die mit dem eines Dieselkraftstoff vergleichbar sind. Es ist also noch ein weiter Weg hin zu einer wirklich umweltfreundlichen Lösung. Immerhin werden mittlerweile auf manchen Schiffen Abgasfilter eingesetzt oder zumindest im Hafen Landstrom genutzt. Wenn Sie nicht verzichten wollen, so haben Sie die Möglichkeit, Ihre CO2-Emissionen zum Beispiel bei atmosfair auszugleichen und Ihre Anreise zum Schiff umweltfreundlich – mit dem Zug statt mit dem Flugzeug – zu gestalten.

Deswegen ist anders reisen schöner

Sie sind ein eingefleischter Kreuzfahrt-Fan? Vielleicht lassen Sie sich ja dennoch auf ein kleines Gedankenexperiment ein. Wie wäre es, wenn Sie auf Ihrer Reise

  • Authentische Erfahrungen sammeln und Locals begegnen?
  • Die Länder mit Ihrem Besuch wirklich unterstützen?
  • Verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen & Müll reduzieren, statt bei der Verschwendung von Lebensmittel zuschauen zu müssen?
  • Mit erfahrenen und vor allem lokalen Guides unterwegs sind, die besser Bescheid wissen als jeder andere?
  • Die lokale Küche kennenlernen anstatt sich auf das immer gleiche Buffet stürzen?
  • Morgens zwar nicht auf, aber direkt am Wasser wach werden und dort magische Momente nur für sich oder mit Ihren Liebsten erleben?
  • Unberührte Natur entdecken und saubere Luft atmen?
  • Trotzdem Boot fahren können – mit den Locals zusammen und wesentlich umweltfreundlicher?

Klingt nicht so schlecht, oder? Entdecken Sie mit uns individuelle Reiseziele am Meer – wie wäre es zum Beispiel mit Indonesien, Kuba oder Madagaskar?

Der pink beach in Lombok ist einer der schönsten Strände in Indoensien

Nachhaltig und verantwortungsvoll Reisen

In der Reisebranche finden Sie immer mehr soziale Unternehmen, wie Fairaway. Für uns ist es wichtiger, einen positiven Beitrag zu einer schöneren Welt zu leisten, als Geld zu verdienen. Als soziales Unternehmen halten wir es für wichtig, dass die Menschen in den besuchten Ländern auch vom Tourismus profitieren. Dies bedeutet zum Beispiel, dass Angestellte ein angemessenes Einkommen haben, dass Reisende häufig in kleinen Hotels übernachten und Ausflüge unternehmen, die ein authentisches Erlebnis bieten. 

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