Einfach nachhaltig einkaufen?

Ein Interview mit Christiane Sieg

Ich betrete den Unverpackt Laden mit meinem Jutebeutel, in dem die Gläser klirren. Es ist relativ voll – eine Familie betrachtet gerade das Müsliangebot, eine Studentin steht bei den Nüssen. Es ist gemütlich, am Eingang lädt eine Sitzecke zum Verweilen ein und ich werde freundlich von Christiane, der Gründerin von ‚DER SACHE WEGEN‘, begrüßt. Es ist mein erster Besuch in einem Unverpackt Laden und ich bin ziemlich neugierig, wie alles funktioniert.

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DER SACHE WEGEN – der besondere Unverpackt Laden

Jährlich landen circa 8 Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer – das schadet der Umwelt, den Tieren und uns. Denn die Tiere verwechseln den Kunststoff mit Nahrung oder verfangen sich und leiden. Ich spreche mit Christiane, die ‚DER SACHE WEGEN‘ im Dezember 2017 gegründet hat. „Natürlich ist Plastikmüll ein sehr großes Problem. Ich habe Biologie studiert und wollte mich dann im Umweltschutz engagieren. Nach meinem Studium habe ich mich gefragt, was ich mit meinem Leben anfangen soll – wie wahrscheinlich fast jeder Studierende“, lacht sie. „In meinem Studienbereich gab es fast nur Möglichkeiten, in die Forschung zu gehen, aber ich wollte das Bewusstsein der Menschen verändern.“ Neugierig und interessiert, erkundigte sich Christiane nach den Möglichkeiten. Zu dieser Zeit eröffnete gerade in ihrer Wahlheimat Berlin der Unverpackt Laden in Kreuzberg. „Da wusste ich, dass auch ich einen Laden eröffnen möchte. Allerdings war mir plastikfrei noch nicht genug – auch palmölfrei, fair und regional soll es sein!“

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Dem Einkaufen das Gefühl zurückgeben

Nach circa zwei Jahren Planung steht der Laden im Prenzlauer Berg. Die Kunden von Christiane kommen gerne in den Laden, sie hört oft Sätze wie „Mir macht es richtig Spaß, hier einzukaufen!“ Ich stutze. Mein Einkauf sieht meistens so aus, dass ich nach der Arbeit noch schnell in den Supermarkt springe und zwischen den hellen Neonröhren und dem Überangebot die Zutaten für das nächste Abendessen suche. „Ich wollte dem Einkaufen das besondere Gefühl wiedergeben“, erzählt Christiane. Und das ist ihr auch gelungen. Denn durch das individuelle Abwiegen der einzelnen Lebensmittel muss sich der Kunde automatisch mit den Fragen des Gewichts und der gewünschten Menge befassen. Und manchen macht es auch richtig Spaß. „Sie sehen es als eine Art Herausforderung und Spiel an. Den Glasbehälter unter das Gefäß zu stellen und den Hebel zu betätigen.“ Allerdings ist es nichts für spontane Einkäufe (obwohl es auch vor Ort Glasbehälter für kurzfristige Einkäufer gibt). Das Konzept richtet sich an Menschen, die ihren Einkauf und das Essen für die nächste Woche bewusst gestalten.

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Regional, fair, palmölfrei, plastikfrei – und teuer?

Christiane kauft die Lebensmittel für den Laden vor allem regional und bio ein. Am liebsten sind ihr kleine Händler, die sie auf Märkten antrifft. Aber natürlich sind auch Großhändler dabei, die sie beliefern. Das Problem jedoch sei, dass ihre Produkte etwas teurer sind, als welche im Bio-Laden. Oft hätte sie dadurch Diskussionen mit den Kunden, erwähnt sie. Ich muss zugeben, die Produkte sind schon ziemlich teuer – und alles kann man hier nicht finden. Meinen Joghurt, den ich morgens immer esse, muss ich wohl weiter im Supermarkt beziehen, hier sind die Hygiene-Regeln zu groß, so dass es im Laden nicht angeboten werden kann. Dennoch – Trockenprodukte wie Reis, Mehl und Nudeln kann man hier prima abfüllen und einkaufen. Und da es fair gehandelt, aus der Region und in Bio-Qualität ist, lohnt es sich, finde ich, einen Cent mehr raufzupacken als im Bio-Discounter.

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Wie im Tante-Emma-Laden

Viele ihrer Kunden seien jung, zwischen 20 und 40 Jahren alt, berichtet Christiane. Ältere Menschen kommen interessiert in den Laden, verlassen diesen aber mit der Aussage „Das ist ja wie früher!“ Naja, nicht alles. So kann man auch mit EC-Karte bezahlen. Aber ja, wie funktioniert das denn jetzt genau? „Man bringt entweder sein eigenes Behältnis mit oder findet von Kunden gespendete Glasbehälter in der Kiste dahinten. Dann wiegt man das Gewicht der Behälter ab und schreibt dies mit einem Stift rauf oder verwendet das Etikett. Anschließend füllt man sein Produkt in den Behälter und kommt zu mir an die Kasse. Ich wiege und ziehe das Gewicht des Behälters ab.“ Et voilà! So einfach geht das! Und es gibt auch Dinge, die man für eine Reise sehr gut gebrauchen kann. Zum Beispiel festes Haarshampoo oder Reiseseife. Möchten Sie diese Art des Einkaufens auch ausprobieren? Enorm hat eine Liste der Unverpackt-Läden in Deutschland aufgelistet, schauen Sie sich diese gerne an: Liste der Unverpackt Läden in Deutschland

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