Trinkgeld auf Reisen

Auf Reisen gibt es vieles zu beachten. Kulturelle Unterschiede und Gewohnheiten können eine sehr bereichernde Erfahrung sein, aber auch zu ungewollten Missverständnissen führen. Dies gilt auch für das Thema Trinkgeld auf Reisen.

Eigentlich scheint es ja ganz einfach, Sie geben Trinkgeld, um eine besondere Leistung zu belohnen, Anerkennung zu zeigen und dem Dienstleister eine Freude zu machen. Besonders wenn sie nachhaltig Reisen, Wert auf faire Behandlung der lokalen Bevölkerung legen und möchten, dass die Einheimischen von ihrem Besuch profitieren, werden Sie sich vermutlich über ein angemessenes Trinkgeld Gedanken machen.

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Eigentlich eine feine Sache und so denken viele Leute gar nicht daran, dass sie damit auch etwas falsch machen können. Doch Obacht, auch wenn Trinkgeld gut gemeint ist, man kann damit auch ganz schön ins Fettnäpfchen treten. Denn auch bei Trinkgeld gilt: Andere Länder, andere Sitten. Was zu Hause in Ordnung ist, kann in einem anderen Land für Empörung sorgen, nicht nur weil es zu wenig ist, sondern im Extremfall auch, weil es als Beleidigung empfunden werden kann.

In diesem Artikel möchte ich Ihnen daher eine kurze Übersicht über die Trinkgeldgepflogenheiten in verschiedenen Regionen geben. Das Thema ist sehr komplex und unterscheidet sich teilweise stark von Land zu Land, daher kann dieser Artikel natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Aber er hilft Ihnen hoffentlich, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was angemessen ist und was nicht.

Natürlich macht es auch einen Unterschied, ob wir vom Trinkgeld in der Gastronomie oder für andere Dienstleistungen wie Zimmermädchen, Tourguides oder Gepäckträger sprechen. Für diese Services sollte man fast überall auf der Welt 1-2 Dollar oder Euro pro Tag bzw. Gepäckstück kalkulieren. Bei Touren gibt der Veranstalter in den Unterlagen oder auf Nachfrage oft eine Empfehlung für die Höhe des Trinkgelds des Führers. Daher beschäftigt sich dieser Artikel ausschließlich mit dem angemessenen Trinkgeld nach einem Restaurantbesuch.

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Trinkgeld auf Reisen in Süd- und Mittelamerika

Auch in Lateinamerika sind die Leute, anders als in Europa, auf das Trinkgeld angewiesen. Hier als Europäer geizig zu sein, macht definitiv einen schlechten Eindruck. Mit 10% des Rechnungsbeitrages liegen sie in den meisten südamerikanischen Ländern richtig, natürlich kann es auch etwas mehr sein, wenn Sie wirklich zufrieden mit dem Service waren und ihrem Dienstleister besondere Anerkennung zollen wollen.

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Trinkgeld auf Reisen in Ozeanien

Genau wie die nordeuropäischen Länder, sind auch Neuseeland und Australien sehr hochpreisige Destinationen, wo Trinkgeld eher die Ausnahme, als die Regel ist. Servicekräfte werden ordentlich bezahlt und deren Leistung ist damit mit dem Rechnungsbetrag abgedeckt.

Sie müssen hier kein Trinkgeld geben und werden dafür mit Sicherheit auch nicht schief angeschaut. Wer in einem Restaurant besonders zufrieden war und sich dafür erkenntlich zeigen möchte, kann aber 5-10% des Rechnungsbetrages als Trinkgeld geben oder den Betrag zumindest aufrunden.

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Trinkgeld auf Reisen in Asien

Eine Besonderheit beim Trinkgeld ist Asien. Hier gibt es tatsächlich noch einige Länder, in denen Trinkgeld als Beleidigung aufgefasst wird. Vor allem in Japan und China hat Trinkgeld keine Tradition und hier sollte man wirklich aufpassen, nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Generell gilt, je weiter weg man sich von den Touristenzentren bewegt, desto mehr muss man mit der vermeintlich gut gemeinten Zuwendung aufpassen. Gerade in Japan und China bietet sich oft ein kleines Geschenk besser an, als eine monetäre Aufmerksamkeit.

Nur in den Touristen Hotspots und in westlichen Hotelketten nimmt das Personal Trinkgeld mittlerweile gerne an. Auch Länder wie Thailand oder Indonesien hat sich bereits eine gewisse Trinkgeldkultur etabliert. Die Länder sind sehr westlich orientiert und das zeigt sich unter anderem auch bei den Erwartungen an die Touristen. Ungefähr 10% des Rechnungsbetrages werden in Restaurants bei gutem Service mindestens erwartet und man sollte auch dort als Europäer definitiv nicht zu geizig auftreten.

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Trinkgeld in Afrika

Afrika ist ein riesiger Kontinent und unterschiedlich gut touristisch erschlossen. In den Touristenzentren arbeitet ein Großteil der lokalen Bevölkerung in Servicedienstleistungen, die oft sehr schlecht  bezahlt sind. In manchen Berufen gibt es sogar überhaupt kein fixes Grundgehalt, so dass diese Leute wirklich auf ein Trinkgeld angewiesen sind.

Mindestens 10% sollen es in Restaurants, aber auch in Taxis sein. Bei exzellentem Service oder einem besonderen Verdienst gerne auch etwas mehr. Falls Sie in einer Gruppe unterwegs sind vergewissern Sie sich aber bitte vorher, dass in der Rechnung nicht schon eine „Service Charge“ inkludiert ist!

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Sie sehen also, die Tringeldgewohnheiten unterscheiden sich teilweise sehr stark. Was in einem Land als angemessen gilt, kann in einem anderen geradezu beleidigend sein oder aber auch umgekehrt.

Trotzdem ist ein Trinkgeld alles Gewohnheiten und Erwartungen zum Trotz immer noch eine freiwillige Leistung. Wenn Sie mit dem Service gar nicht zufrieden waren oder die Qualität überhaupt nicht gepasst hat, müssen Sie sich natürlich nicht verpflichtet fühlen Trinkgeld zu geben. Das ist aber üblicherweise die Ausnahmesituation!

Wenn Sie sich sonst an die lokalen Gepflogenheiten halten und sich vor dem Besuch ein wenig einlesen, sollten es zu keinen Problemen oder vermeidbaren Missverständnissen kommen.

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