Trinkgeld Knigge auf Reisen

Wieviel Trinkgeld gibt man in anderen Ländern? 

Auf Reisen gibt es vieles zu beachten. Kulturelle Unterschiede und Gewohnheiten können eine sehr bereichernde Erfahrung sein, aber auch zu ungewollten Missverständnissen führen. Dies gilt auch für das Thema Trinkgeld auf Reisen.  Erfahren Sie hier, wie Sie es in verschiedenen Ländern richtig machen.

Trinkgeld Knigge international: Gar nicht so einfach

Eigentlich scheint es ja ganz einfach: Sie geben Trinkgeld, um eine besondere Leistung zu belohnen, Anerkennung zu zeigen und dem Dienstleister eine Freude zu machen. Besonders wenn sie nachhaltig Reisen, Wert auf faire Behandlung der lokalen Bevölkerung legen und möchten, dass die Einheimischen von ihrem Besuch profitieren, werden Sie sich vermutlich über ein angemessenes Trinkgeld Gedanken machen. Grundsätzlich ein feiner Zug – und so denken viele Leute gar nicht daran, dass sie damit auch etwas falsch machen können. Doch Obacht, auch wenn Trinkgeld gut gemeint ist, man kann damit auch ganz schön ins Fettnäpfchen treten. Denn auch bei Trinkgeld gilt: Andere Länder, andere Sitten. Was zu Hause in Ordnung ist, kann in einem anderen Land für Empörung sorgen, nicht nur weil es zu wenig ist, sondern im Extremfall auch, weil es als Beleidigung empfunden werden kann. Das Thema ist sehr komplex und unterscheidet sich teilweise stark von Land zu Land, daher kann dieser Artikel natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Aber er hilft Ihnen hoffentlich, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was angemessen ist und was nicht.

Trinkgeld ist in manchen Ländern elementar

Trinkgeld auf Reisen in Süd- und Mittelamerika

In Lateinamerika sind die Leute, anders als in Europa, auf das Trinkgeld angewiesen. Hier als Europäer geizig zu sein, macht definitiv einen schlechten Eindruck. Mit 10 Prozent des Rechnungsbeitrages im Restaurant liegen sie in den meisten südamerikanischen Ländern richtig, natürlich kann es auch etwas mehr sein, wenn Sie wirklich zufrieden mit dem Service waren und ihrem Dienstleister besondere Anerkennung zollen wollen.

Beispiel Trinkgeld Mexiko:

  • Restaurant 10-15 Prozent der Rechnung
  • Hotel 10-20 Pesos (45-90 Cent)
  • Taschen einpacken im Supermarkt: 3-10 Pesos
  • Taxi: Betrag aufrunden, bei längeren Strecken ein paar Pesos obendrauf
  • Autoscheiben putzen an Kreuzungen: 5 Pesos, wenn man den Service annimmt
  • Darbietungen an Kreuzungen: 3-5 Pesos
  • Touren: 50-100 Pesos (2-5 Euro)

Trinkgeld für Tourguides

Trinkgeld auf Reisen in Asien

Eine Besonderheit beim Trinkgeld ist Asien. Hier gibt es tatsächlich noch einige Länder, in denen Trinkgeld als Beleidigung aufgefasst wird. Vor allem in Japan und China hat Trinkgeld keine Tradition und hier sollte man wirklich aufpassen, nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Generell gilt, je weiter weg man sich von den Touristenzentren bewegt, desto mehr muss man mit der vermeintlich gut gemeinten Zuwendung aufpassen. Gerade in Japan und China bietet sich oft ein kleines Geschenk besser an  als eine monetäre Aufmerksamkeit. Nur in den Touristen Hotspots und in westlichen Hotelketten nimmt das Personal Trinkgeld mittlerweile gerne an. Auch Länder wie Thailand oder Indonesien hat sich bereits eine gewisse Trinkgeldkultur etabliert. Die Länder sind sehr westlich orientiert und das zeigt sich unter anderem auch bei den Erwartungen an die Touristen. Ungefähr 10 Prozent des Rechnungsbetrages werden in Restaurants bei gutem Service mindestens erwartet und man sollte auch dort als Europäer definitiv nicht zu geizig auftreten.

Beispiel Trinkgeld Bali:

  • Restaurants: 5-10 Prozent
  • Fahrer und Guides: ca. 50.000 IDR pro Tag (ca. 3 Euro)
  • Hotel: ca. 25.000 IDR
  • Gepäckträger: ca. 10.000 IDR (ca. 65 Cent)
  • Museum oder Orte: Manchmal kein Eintritt, dafür Spende und Eintrag ins Gästebuch

Trinkgeld auf Bali für Guides

Trinkgeld in Afrika

Afrika ist ein riesiger Kontinent und unterschiedlich gut touristisch erschlossen. In den Touristenzentren arbeitet ein Großteil der lokalen Bevölkerung in Servicedienstleistungen, die oft sehr schlecht bezahlt sind. In manchen Berufen gibt es sogar überhaupt kein fixes Grundgehalt, so dass diese Leute wirklich auf ein Trinkgeld angewiesen sind. Mindestens 10 Prozent sollen es in Restaurants, aber auch in Taxis sein. Bei exzellentem Service oder einem besonderen Verdienst gerne auch etwas mehr. Falls Sie in einer Gruppe unterwegs sind, vergewissern Sie sich aber bitte vorher, dass in der Rechnung nicht schon eine „Service Charge“ inkludiert ist!

Beispiel Trinkgeld in Südafrika:

  • Restaurant: 10 Prozent, es sei denn, man war wirklich unzufrieden – dann sollte man das dem Kellner mitteilen
  • Tour: ca. 10 Rand (ca. 60 Cent)
  • Hotel: ca. 10 Rand
  • Safari: ca. 50 Rand, beim Erspähen seltener Tiere: 100 Rand (ca. 6 Euro)
  • Taxi: 10 Prozent

Trinkgeld auf einer Safari

  Trinkgeld auf Reisen in Ozeanien

Genau wie die nordeuropäischen Länder sind auch Neuseeland und Australien sehr hochpreisige Destinationen, wo Trinkgeld eher die Ausnahme, als die Regel ist. Servicekräfte werden ordentlich bezahlt und deren Leistung ist damit mit dem Rechnungsbetrag abgedeckt.

Sie müssen hier kein Trinkgeld geben und werden dafür mit Sicherheit auch nicht schief angeschaut. Wer in einem Restaurant besonders zufrieden war und sich dafür erkenntlich zeigen möchte, kann aber 5 bis 10 Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld geben oder den Betrag zumindest aufrunden.

Trinkgeld gut, alles gut

Sie sehen also, die Tringeldgewohnheiten unterscheiden sich teilweise sehr stark. Was in einem Land als angemessen gilt, kann in einem anderen geradezu beleidigend sein oder aber auch umgekehrt. Trotzdem ist ein Trinkgeld alles Gewohnheiten und Erwartungen zum Trotz immer noch eine freiwillige Leistung. Wenn Sie mit dem Service gar nicht zufrieden waren oder die Qualität überhaupt nicht gepasst hat, müssen Sie sich natürlich nicht verpflichtet fühlen Trinkgeld zu geben. Das ist aber üblicherweise die Ausnahmesituation! Wenn Sie sich sonst an die lokalen Gepflogenheiten halten und sich vor dem Besuch ein wenig einlesen, sollten es zu keinen Problemen oder vermeidbaren Missverständnissen kommen.

trinkgeld auf reisen

 

Nachhaltig und verantwortungsvoll Reisen

In der Reisebranche finden Sie immer mehr soziale Unternehmen, wie Fairaway. Für uns ist es wichtiger, einen positiven Beitrag zu einer schöneren Welt zu leisten, als Geld zu verdienen. Als soziales Unternehmen halten wir es für wichtig, dass die Menschen in den besuchten Ländern auch vom Tourismus profitieren. Dies bedeutet zum Beispiel, dass Angestellte ein angemessenes Einkommen haben, dass Reisende häufig in kleinen Hotels übernachten und Ausflüge unternehmen, die ein authentisches Erlebnis bieten. 

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