Nachhaltig & verantwortungsbewusst unterwegs:

Das sollten Sie vermeiden

Besser reisen: 11 No-Gos

Auf einem Elefanten reiten in Thailand, Kuscheln mit Babylöwen in Südafrika, Freiwilligenarbeit in einem Waisenhaus in Kambodscha – das alles klingt erstmal nach besonderen Erlebnissen, vielleicht sogar nach guten Taten. Doch in der Realität sieht das leider anders aus.

Deshalb appellieren wir an Sie: Lassen Sie von den folgenden 11 Aktivitäten lieber die Finger. Wir versprechen: Es gibt ganz tolle Alternativen, die viel besser für Mensch und Tier sind und in jeder Hinsicht nachhaltige Erlebnisse auf Ihrer Reise ermöglichen!

No-Go #1: Auf Elefanten reiten

Elefantenreiten steht bei vielen Reisenden ganz oben auf der Wunschliste – gerade in Ländern wie Thailand oder Sri Lanka, in denen die Dickhäuter dauerpräsent sind. Leider geht der Spaß oft mit sehr schlechter Behandlung einher: Junge Elefanten werden früh von ihren Müttern getrennt und misshandelt, um ihren Willen zu brechen. Anschließend müssen sie ihr Essen verdienen, indem sie den ganzen Tag Touristen auf sich reiten lassen. Obendrauf finden manchmal noch Shows statt. Gar nicht gut und überhaupt nicht artgerecht, finden wir!

Wir empfehlen: Zum Glück gibt es an vielen Orten auch Auffangzentren, wo Elefanten liebevoll behandelt werden. Als Reisender können Sie bei der Versorgung der Elefanten helfen, sie mit Bananen füttern und sie zum Baden im Fluss begleiten. Auch hier ist Vorsicht geboten, da nicht überall die optimale Behandlung garantiert ist – fragen Sie am besten unsere Thailandexperten, welche Zentren genau gute Erfahrungen bieten.

No-Go #2:Mit Delfinen schwimmen

Mit Delfinen schwimmen klingt nach einem absoluten Urlaubstraum – kein Wunder, so freundlich, wie sie gucken, wenn sie fröhlich rumspringen. Doch dafür werden die Tiere oft in Gefangenschaft gehalten, wo sie zum Beispiel viel zu kleine Becken erwarten. Und dann müssen sie performen, wenn die zahlenden Touristen das wollen. Klingt nicht gerade nach Spaß für die Delfine, oder?

Wir empfehlen: Schwimmen mit Delfinen ist sicherlich eine unvergessliche Erfahrung. Aber wenn, dann bitte mit wilden Delfinen, die nicht trainiert oder gefüttert werden. In Kaikozra in Neuseeland ist dies zum Beispiel möglich. Hier entscheiden die (wilden) Delfine nämlich selbst, ob Sie mit Ihnen schwimmen möchten. Aber auch hier sollte es nicht zu viel werden – Forscher haben rausgefunden, dass es sich negativ auf die Psyche von Delfinen auswirkt, wenn zu viele Menschen in ihren Lebensraum eindringen.

Nachhaltig reisen: Besser nicht mit Delfinen schwimmen

No-Go #3: Freiwilligenarbeit im Waisenhaus

Es ist so gut gemeint: Freiwilligenarbeit im Waisenhaus. So eine Erfahrung regeln Sie oft über eine Organisation, die Geld dafür verlangt, dass Sie Freiwilligenarbeit leisten. Leider gibt es viele Organisation, denen nicht zu vertrauen ist. Recherchen haben ergeben, dass viele Waisenhäuser in beispielsweise Kambodscha dubios sind. Die Kinder sind keine Waisen, sondern werden von ihren Eltern ins Waisenhaus geschickt, da sie sich dort ein besseres Leben versprechen. Das Geld, das die freiwilligen Helfer bezahlen, landet letztendlich in den Taschen der Betriebsführer. Davon abgesehen ist es für die Kinder nicht gut, wenn sie sich ständig an neue Personen gewöhnen müssen. Oft bleiben Freiwillige in diesen sogenannten Waisenhäusern nämlich nur für einen Zeitraum von zwei Wochen oder gar ein paar Tagen.

Wie empfehlen: Versuchen Sie herauszufinden, wie das Geld, das Sie zahlen, ausgegeben wird und ob es sich um eine legitime Organisation handelt. Und liefern Sie einen nachhaltigen Beitrag – bringen Sie den Mitarbeitern beispielsweise Englisch bei und bleiben Sie für eine längere Zeit.

No -Go #4: Tiger streicheln im Tiger Temple in Thailand

In Kanchanaburi in Thailand gibt es im Tiger Temple die Möglichkeit, Tiger zu streicheln und Fotos zusammen mit den Wildkatzen zu machen. Das sind dann natürlich beeindruckende Aufnahmen, die leider einen schlechten Nachgeschmack haben. Junge Tiger werden bereits im Alter von zwei Wochen von ihrer Mutter getrennt (normalerweise bleiben sie zwei Jahre zusammen). Im Tiger Temple liegen die Tiger anschließend den ganzen Tag angekettet in der prallen Sonne. Oft haben die Tiger eine schlechte Kondition und Übergewicht durch das ungesunde Essen, das ihnen gegeben wird.

Wir empfehlen: Wenn Sie Tiger sehen möchten, machen Sie das lieber in der Wildnis. In Indien, Tansania oder Namibia gibt es verschiedene Nationalparks, wo Sie wilde Tiger auf eine verantwortungsvolle Art und Weise beobachten können.

No-Go #5: Streichelfarms besuchen

In Afrika und Asien werden Streichelfarms stark umworben. Hier können Sie Geparden, Tiger und Löwen mit der Flasche füttern, streicheln und mit ihnen spazieren gehen. Leider ist für diese Tiere kein langes Leben vorbestimmt. Es gibt in Südafrika rund 160 Zuchtprojekte für Löwen mit circa 1440 Welpen jährlich. Doch sobald die Tiere größer werden, wird es zu eng auf den Streichelfarms – kleine, süße Tiere ziehen einfach besser bei den Touristen. Also werden sie ausgesetzt – klingt erstmal nach Freiheit, aber in der Wildnis können diese an den Menschen gewöhnten Tiere nicht mehr überleben. Junge Löwen werden oft Opfer der canned hunting Industrie, frei übersetzt: eingepferchte Jagd. Ein Jäger bestimmt hier im Voraus, welches Tier er schießen möchte. Ein kostbarer Löwe mit wilder Mähne – macht sich gut als Dekoration über dem Kamin – oder doch lieber eine elegante Gepardin? Der Löwe darf für kurze Zeit in einem größeren Gehege seine Freiheit genießen, bis … nun ja. Dieser „edle“ Sport wird leider gesponsert von Menschen, die Streichelfarms besuchen, da dort die Kette der Löwenjagdindustrie beginnt.

Wir empfehlen: Beobachten Sie wilde Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum: in der Wildnis! Es hat schon seinen Sinn, dass Sie dort nie auf die Idee kommen würden, einen Tiger zu streicheln. Oder fahren Sie nach Peru und knuddeln sie Alpakas, die dort überall rumlaufen.

Alpakas in Peru streicheln

No-Go #6: Tauchen mit weißen Haien

In Südafrika bieten viele Organisationen Tauchen mit weißen Haien an. Purer Nervenkitzel! Doch auch hier gibt es schwarze Schafe unter den Anbietern. Beim Käfigtauchen zum Beispiel werden die Haie oft extra aggressiv gemacht, damit die Show für die Touristen auch den Erwartungen entspricht. Unnötig und nicht gut für die Gesamtverfassung der ohnehin sehr gefährdeten Tiere. Außerdem gewöhnen sie sich an die Fütterung und die Gegenwart von Menschen, was wiederum mehr Attacken in Summe verursacht, was wiederum die Jagd auf Haie verstärkt.

Wir empfehlen: Bitte achten Sie darauf, dass die Organisation Ihrer Wahl durch Fair Trade zertifiziert ist und die Haie nicht füttert.So wird vermieden, dass die Haie abhängig von Menschen werden. Außerdem gibt es auch Anbieter, bei denen die Haie nicht unnötig aufgestachelt, sondern einfach nur angelockt werden, zum Beispiel durch Musik. Das ist definitiv die sanftere Methode und für die Tiere keine traumatische Erfahrung. 

No-Go #7: Fotos mit Schlangen oder anderen wilden Tieren

Im Ausland gibt es viele Orte, an denen Touristen angeboten wird, ein Foto mit wilden Tieren zu machen. Denken Sie dabei zum Beispiel an Schlangen auf Ihren Schultern, oder an Fotos mit Äffchen in lustiger Kleidung. Diese Tiere werden oft früh von ihren Müttern getrennt. Die Mutter wird dabei getötet. Oft werden die Tiere zusätzlich abgerichtet und sie werden mit Drogen gefüttert, sodass sie keine Gefahr für Touristen darstellen. Und mal ehrlich, hätten Sie Spaß daran, wenn man Sie in irgendwelche Kleidung zwingen würde? Eben.

Wir empfehlen: Sagen Sie ‚Nein‘ zu solchen Fotos. Wenn es unbedingt Fotos mit Tieren werden müssen, machen Sie eine Safari in einem Nationalpark in Tansania oder Sri Lanka und werden Sie dabei kreativ – vielleicht klappt es ja mit dem Selfie mit der Giraffe oder dem Elefanten im Hintergrund?

Äffchen

No-Go #8: Sich wie im Zoo aufführen

Ein Besuch der indigenen Völker im Omo Valley ist einer der Höhepunkte einer Reise durch Äthiopien. Die Menschen tragen traditionelle Kleidung, große Piercings und zeigen ihre jahrhundertealten Tänze. Leider ist ein Besuch dieser Stämme inzwischen zu einer Touristenattraktion geworden, die aus dem Ruder gelaufen ist. Die Rituale werden extra für die Touristen aufgeführt und es werden enorme Beträge gefragt, um Fotos schießen zu dürfen. Die Einheimischen probieren sich selbst zu übertrumpfen und kleiden sich stets extremer, um mehr Geld von den Touristen verlangen zu können. Von Authentizität ist hier nicht die Rede – und das Verhalten der Touristen, die das Zoo-Feeling unterstützen, trägt einen großen Teil dazu bei.

Wir empfehlen: In Thailand und Vietnam können Sie zum Beispiel Wanderungen machen, bei denen Sie Bergstämme besuchen, die nur selten Touristen sehen. Hier können Sie sogar bei den Familien zu Hause übernachten. So lernen Sie das echte Leben der Einheimischen kennen.

No-Go #9: Mit dem Quadbike durch die Wüste oder den Dschungel

Quadbiken macht unglaublich viel Spaß! Leider ist das Fahren durch den Dschungel oder durch die Wüste mit dem Quad nicht umweltfreundlich. Durch den Lärm der Motoren erschrecken sich die Tiere, die dort leben, und die großen Reifen hinterlassen bleibende Spuren bei Pflanzen und vernichten somit den natürlichen Lebensraum. Außerdem ist Quadfahren sehr gefährlich. Bei einem Unfall ist medizinische Versorgung oft schwer zugänglich.

Wir empfehlen: Wählen Sie eine vertrauenswürdige Organisation für Ihre Quadtour und fahren Sie nur auf speziell präparierten Wegen.

No-Go #10: Slum Tourismus

Das Zoo-Gefühl, von dem wir bei den indigenen Dörfern berichtet haben, entsteht auch im Slum-Tourismus, wenn Jeep-Touren in Favelas oder Townships angeboten werden. Hier dringen reiche Touristen in den Lebensraum der Menschen ein, schauen sich die Armut als Attraktion an, machen schockierte Gesichter und gehen in der Regel wieder – ohne einen positiven Impact zu leisten. Voyeurismus ja, echtes Interesse nein, lautet die Devise der Zaungäste. Und einen „echten Eindruck“, den Leute als Grund für den Besuch von Slums angeben, bekommt hier bestimmt keiner. Das Ganze hinterlässt ein unangenehmes Gefühl.

Wir empfehlen: Gar keine Touren zu machen ist auch kein Konzept, denn erstens sind Favelas Teil eines Landes und zweitens kommen die Einnahmen auch der Community zugute. Aber meiden Sie solche Touren, auf denen Sie einfach nur mit dem Auto durch die Slums fahren. Und informieren Sie sich im Vorfeld zu den Zielen des Anbieters – zum Beispiel gibt es Touren mit Guides, die tatsächlich dort wohnen, persönliche Anekdoten erzählen, ihre Lieblingsplätze zeigen.

  Favelas besuchen: Vorsicht bei Slum Tourismus 

No-Go #11: Exotisches Essen & fragwürdige Souvenirs

Nicht falsch verstehen: Es ist super, das Essen des jeweiligen Reiselandes auszuprobieren. Aber es gibt Grenzen – wenn bedrohte Tiere verkocht werden und zum Beispiel Schildkrötensuppe oder Haifischflossensuppe auf dem Speiseplan stehen, hört der Spaß auf. Das gleiche gilt für Souvenirs, die beispielsweise aus Korallen oder Elfenbein hergestellt werden.

Wir empfehlen: Augen auf und bewusst essen bzw. kaufen! Natürlich gilt Situationen, in denen es schwierig ist, Essen abzulehnen – zum Beispiel, wenn Sie bei einer Familie zu Gast sind und Ihnen zu Ehren ein großes Festessen veranstaltet wird –, aber grundsätzlich können Sie leicht vermeiden, Produkte von gefährdeten Tieren zu konsumieren.

Nachhaltig und verantwortungsvoll Reisen

In der Reisebranche finden Sie immer mehr soziale Unternehmen, wie Fairaway. Für uns ist es wichtiger, einen positiven Beitrag zu einer schöneren Welt zu leisten, als Geld zu verdienen. Als soziales Unternehmen halten wir es für wichtig, dass die Menschen in den besuchten Ländern auch vom Tourismus profitieren. Dies bedeutet zum Beispiel, dass Angestellte ein angemessenes Einkommen haben, dass Reisende häufig in kleinen Hotels übernachten und Ausflüge unternehmen, die ein authentisches Erlebnis bieten. 

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