Zu Gast bei den Maya

Eine Tour durch das echte Yucatán, Mexiko

Ein Besuch bei den Maya-Familien

Entfliehen Sie den Menschenmassen der Küste von Yucatán und reisen sie mit uns ins Landesinnere zu den Maya-Familien. Sie werden dort Menschen finden, die ihr Zuhause im Dschungel gerne mit Besuchern teilen und ihnen ihre Welt im Einklang mit der Natur vorstellen. Ein Erlebnisbericht von Daniel Tischer vom Reiseblog Southtraveler.

Das erwartet Sie in Nuevo Durango:

  • Tortillas selber machen mit Gemüse aus dem Garten
  • Besuch des Insektenhotels
  • Entdeckungstour durch eine Höhle

Ich bin in Nuevo Durango, einem kleinen Maya-Dorf 50 Kilometer westlich von Playa del Carmen. Hier werde ich bereits von Manuel begrüßt, der für die örtlichen Aktivitäten zuständig ist und eine Art Vorsitzender der Kooperative ist. Ob ich Hunger hätte, ist einer seiner ersten Fragen. Er führt mich durch seine kleine Hütte in den Hinterhof, wo bereits seine Frau und seine Mutter mit der Zubereitung von Tortillas aus Mais beschäftigt sind. Manuel wohnt mit seiner Frau, seiner Mutter und den vier Kindern zusammen. Die Familie hilft sich gegenseitig bei allen Arbeiten, erklärt mir Manuel. Nur Emilio, mit vier Jahren der jüngste Spross der Familie, ist von den meisten Arbeiten ausgenommen und tollt im Garten herum.

Die Ernte des hauseigenen Gartens in Mexiko

Tortillas selber machen

Manuel und ich kümmern uns derweil um die anderen Zutaten für das Essen. Mit einem Korb bewaffnet laufen wir einige Meter durch den Dschungel auf eine große Lichtung, wo die Familie Mais, Kürbisse und Bohnen anbaut. Ein Bio Siegel braucht es hier nicht, sondern es ist eine Selbstverständlichkeit, sein tägliches Essen hier so natürlich wie möglich anzubauen und ohne dem Dschungel mit seiner Artenvielfalt zu schaden. Wir sammeln einige Maiskolben, Kürbisse und Bohnen. So viel, wie wir zum Abendessen benötigen. Schon praktisch, den Markt mit den frischen Zutaten direkt im Hinterhof zu haben, denke ich.

Nach dem leckeren Abendessen mit Tortillas, Kürbisragout und Bohnenpaste sitzen Manuel und ich zusammen und trinken das erfrischende Wasser einer Kokosnuss. Draußen sind die nächtlichen Geräusche des Dschungels allgegenwärtig. Grillen zirpen, Affen kreischen und im Unterholz kruschelt es immerzu.

 

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Ein Mann während einer Maya Zeremonie in mexiko

Die echte Maya Kultur in Mexiko entdecken

Wir sprechen über die großen Hotels an der Küste von Yucatán, eine Stunde mit dem Bus entfernt. War er jemals in einem von ihnen gewesen? Er schüttelt den Kopf. „Ich habe von Einheimischen gehört, die dort arbeiten, aber ich habe sie nie besucht.“

Die Ostküste der Halbinsel Yucatán zählt zu den beliebtesten Strandzielen der Welt und zog 2018 mehr als fünf Millionen Besucher an. Es erstreckt sich südlich von Cancún für etwa 80 Meilen nach Tulum, und ein Großteil der Küstenstraße ist mit massiven Hotels gesäumt, die jeweils versuchen, den Rest in ihrer Grandiosität zu übertreffen: vom minimalistischen Hippie-Chic bis zur monumentalen Mock Maya, einer Gipsnachbildung, die eingefleischte Indiana Jones Fans beeindrucken würde.

Hier wird die Maya-Kultur übertrieben vermarktet und an jeder erdenklichen Ecke zu Geld gemacht, sei es in Maya-Themenparks oder aufwändigen Maya-Shows. Doch die wahre, echte Kultur der Maya findet man 50 Kilometer landeinwärts im Dschungel. Da, wo das Geld nicht hinfließt, sondern die Menschen von und mit der Natur leben und sich mittlerweile dem sanften Öko-Tourismus öffnen.

Ein Hocofaisán (oder Tuberkelhokko) aus Mexiko

Auf den Weg in den Dschungel

Am nächsten Morgen im Morgengrauen zeigt mir Manuel einen Teil des 15.000 Hektar großen Dschungels des Dorfes. Manuels Begeisterung würde jedem 10-Jährigen entsprechen. Er liebt die Natur und seine Tiere, die er in seiner Aufzuchtstation liebevoll pflegt und danach wieder in den Dschungel entlässt. Darunter befindet sich auch der exotische Hocofaisán (oder Tuberkelhokko). Das pechschwarze Tier ist ein 90 bis 100 Zentimeter großer Hühnervogel aus der Familie der Hokkohühner. Ein weiteres mir bisher unbekanntes Tier ist das Paka (Tepezcuintle auf Maya). Diese Nagetiere sehen aus wie die Ferkel eines Wildschweins mit längerer Nase. Sie sind sehr scheu und verstecken sich in einer Kiste. Wir sehen Spinnenaffen und viele Vögel.

Manuel weist mich auf mehrere nützliche Pflanzen hin: den Gummibaum, die Orchidee, deren Wurzeln bei Nierenerkrankungen helfen, und viele verschiedene Pflanzen, die bei den Maya als Heilpflanzen gegen alle möglichen Krankheiten gelten.

„Die großen Hotels bieten zwar Arbeitsplätze“, sagt Manuel, „aber sie sind die niederen. Die Arbeiter werden aus Dörfern angeworben, und die Familien leiden oft: Kinder und alte Menschen werden vernachlässigt, und es gibt viel Alkoholismus. Was wir wollen, ist eine Alternative, die die Menschen in ihrem Dorf bleiben lässt und dem Besucher einen echten Kontakt zu den Maya-Leuten ermöglicht.“ Daher bilden sich solche Öko-Tourismus Kooperativen wie in Nuevo Durango.

Einige der großen Attraktionen des Yucatán liegen unter seiner Oberfläche. Der Kalkstein ist voller Risse und Höhlen, aber das großes Merkmal sind riesige, eingestürzte Dolinen, die sogenannten Cenoten. Diese unterirdische Welt war für die alten Mayas von großer Bedeutung: Sie verband sie mit dem Regengott Chaac und lieferte Trinkwasser in einer Landschaft ohne Flüsse und Bäche.

Familienreise Mexiko

Erkundungstour durch die Höhle

Unser Ziel heute ist jedoch keine Cenote, sondern eine echte Höhle. Mit meinem Guide Hugo mache ich auf den Weg. Auf einem kleinen Dschungelpfad geht es vorbei an Ameisenhügeln zuerst zum Mueso de los Insectos, dem kleine Insektenmuseum des Dorfs. Hier kann man bestaunen, was sich an Insekten im Dschungel von Yucatán tummelt. Von Vogelspinnen, riesigen Nachtfaltern bis hin zu übergroßen Kakerlaken gibt es hier eine Menge zu sehen, auch wenn es einen ständig auf der Haut kribbelt.

Danach ziehen wir weiter zur Höhle. Ich bekomme einen Helm mit einer Stirnlampe, bevor in die dunkle Welt der Höhle abtauchen. Es wird gleich kühler unter der Oberfläche und ich bin beeindruckt von den riesigen Stalagmiten und Stalaktiten. Fledermäuse, aufgescheucht vom Licht der Stirnlampe, sausen über unsere Köpfe hinweg. Furchteinflößende Spinnen mit 10cm langen Beinen hängen an den Wänden und Decken. Ein Skorpion versteckt sich in einem Loch in der Wand. Hier unten ist mehr Leben als erwartet. Nach einer halben Stunde Entdeckungstour durch die Höhle geht es zurück an die Oberfläche und zurück ins Dorf.

Wer das Leben der Maya hautnah miterleben möchte, hat mit unserem Fairaway Mexiko Reise-Experten genau den richtigen Ansprechpartner.

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