Positive Auswirkungen von Corona:

Wie könnte sich die Welt danach zum Besseren verändern? 

Chancen in der „Corona-Krise“

Jeden Tag werden wir überschwemmt von schlechten Nachrichten im Zusammenhang mit dem Coronavirus: Neue Infektionen, Wirtschaftskrise, persönliche Existenzen am Limit, Eingriffe in unseren Alltag und unsere sozialen Beziehungen. Und wir, die das Reisen alle so lieben, sind gezwungen, eine ganze Weile darauf zu verzichten. Wahrscheinlich konnte sich niemand von uns sich wirklich vorstellen, dass es so kommt – und zack, stecken wir mittendrin und sind abhängig von Entwicklungen, die wir nicht beeinflussen können. Höchste Zeit, mal auf die Haben-Seite zu schauen: Was können wir aus der Krise Positives mitnehmen, was das allgemeine Leben und auch das Reisen, ja die ganze Welt betrifft? Unsere Autorin sagt: Es gibt tatsächlich Grund für Optimismus. Aber lesen Sie selbst.

1. Die Umwelt erholt sich

Saubere Kanäle in Venedig, klare Luft in China und wilde Tiere in den Städten: Wann hat man zuletzt sowas gehört? So schlimm die Situation gerade auch ist, gibt es doch Nebeneffekte, die uns hoffen lassen können. Durch das Ausfallen unzähliger Flüge gibt es weniger CO2-Emissionen, die Verschmutzungen durch Autos, Industrie und Kreuzfahrtschiffe sind stark zurückgegangen und die Müllberge, die vor allem in touristischen Gebieten ein Problem sind, schrumpfen auf ein Minimum. Die Natur erholt sich, und das ist bitter nötig: Gerade um Ostern rum hätten Städte wie Venedig oder Barcelona unter der Masse an Touristen geächzt, an den Stränden und in der wunderschönen Natur weltweit hätten Müllberge gesammelt und Flugzeuge hätten tonnenweise CO2 in die Luft gepustet. Stattdessen wurde hier unfreiwillig der Pausenknopf gedrückt.

Natur in der Stadt durch Corona

Post-Corona-Chance: Natürlich wird sich das Ganze auch wieder ändern, wenn der Tourismus wieder anläuft. Und doch hoffe ich, dass der Weckruf ernstgenommen wird und künftig noch stärker an Ideen gearbeitet wird, wie Reisen schonender für die Umwelt ablaufen kann – wo wir doch jetzt gesehen haben, wie schnell Effekte sichtbar werden. Ich bin sicher, Sie denken daran, wenn Sie auf Ihrer ersten Post-Corona-Reise unterwegs sind. Vielleicht nehmen Sie den Zug, anstatt zu fliegen, füllen Wasser nach statt es in Plastikflaschen zu kaufen, trennen Ihren Müll und schonen die Orte, an denen die Natur nicht mit den Massen klarkommt. Zum Beispiel, indem Sie neue Pfade entdecken oder in der Nebensaison reisen.

Venedig: Saubere Kanäle

2. Langsamkeit etabliert sich

Was am Anfang ganz schrecklich ungewohnt war, fühlt sich mittlerweile ganz gut an: Das Leben wurde durch Corona absolut entschleunigt. Plötzlich ist ganz viel Zeit für Gespräche mit Freunden und Familie, für Hobbys – zumindest die, die man zu Hause und ohne viele Menschen an der frischen Luft ausüben kann – und dafür, einfach mal zu reflektieren, kreativ zu werden oder bewusst nichts zu tun.

Post-Corona-Chance: Vielleicht können wir etwas davon mit in unseren Alltag nach der Corona-Krise mitnehmen – und vor allem auch auf unsere nächsten Reisen. Denn beim sogenannten „Slow Travel“ geht es genau darum: Länger an einem Ort bleiben, keine Bucket-List abhaken, dafür wirklich in die jeweilige Kultur eintauchen, sich Zeit für die Menschen im Land und das bewusste Erleben nehmen. Sie werden schnell merken, wie viel schöner und auch erholsamer es ist, langsam unterwegs zu sein.

Mit dem Fahrrad in den Sonnenuntergang

3. Gegenseitige Solidarität wird großgeschrieben

Ob Restaurants oder Bars, ob die ältere Nachbarin oder der junge Kollege mit Vorerkrankung, ob Reiseunternehmen oder Selbstständige: Zur Zeit laufen unzählige Hilfeaktionen für die, die Corona hart trifft. Für die einen, bei denen der Umsatz durch das Kontakt- und Reiseverbot ausbleibt, gibt es Crowdfunding und Gutscheinaktionen. Für die, die gesundheitlich am stärksten gefährdet sind, organisiert sich jede Menge Nachbarschaftshilfe. Und für die, die in Zeiten von #StayHome kein Zuhause haben, entstehen in vielen Städten Gabenzäune und werden Hotelzimmer bereitgestellt. Auch, wenn vor allem von offizieller Seite noch viel mehr getan werden könnte: Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen in dieser Zeit an andere denken und aktiv helfen wollen (auch, wenn beim Klopapier-Kauf manchmal Grenzen erkennbar sind 😉).

Post-Corona-Chance: Ich hoffe, dass von dieser großen Hilfsbereitschaft auch unsere Partner in den Reiseländern profitieren, die meistens kein soziales Sicherheitsnetz und Unterstützung à la Kurzarbeitergeld haben wir wir. Dazu können Sie beitragen, indem Sie Ihre Reise nicht stornieren, sondern verschieben, und so Existenzen retten. Und ich hoffe, dass alle Menschen auch künftig, ob unterwegs oder zu Hause, mehr aufeinander achten, solidarischer sind und erkennen, wie wichtig es ist, auch über Grenzen hinweg zusammenzuhalten.

Souvenirverkäuferin am Inle See

4. Wir haben neue Wertschätzung gelernt

Apropos Solidarität: In den letzten Wochen haben systemrelevante Berufe – wie Kassierer*in, Krankenpfleger*in oder Altenpfleger*in – eine wohlverdiente Aufwertung erfahren. Das war längst überfällig, aber natürlich reicht Klatschen alleine auch nicht und ich hoffe, dass sich die Anerkennung auch in Form von besseren Arbeitsbedingungen und gerechter Bezahlung bemerkbar macht. Was es jetzt schon gibt, ist das Bewusstsein, dass wir ohne diese Menschen, die unser Leben gerade am Laufen halten und sich dabei einer erhöhten gesundheitlichen Gefahr aussetzen, ganz schön aufgeschmissen wären.

Post-Corona-Chance: Ich hoffe wirklich sehr, dass dieser Gedanke, diese Wertschätzung, die Pandemie überlebt. Dass mehr Menschen die Wichtigkeit verschiedener Berufsgruppen anerkennen. Hoffentlich passiert das auch auf Reisen, sodass mehr Urlauber schon bei der Buchung darauf achten, dass faire Arbeitsbedingungen im Land gewährleistet sind. Und hoffentlich sind sie auch vor Ort dann freundlich, wertschätzend und großzügig, wenn es zum Beispiel um Trinkgeld geht. Das ist bis jetzt leider noch keine Selbstverständlichkeit.

5. Wir werden wieder staunen

War Reisen und Mobilität für Sie vielleicht in den letzten Jahren einfach selbstverständlich? Sicher, der ein oder andere wird lange gespart haben, um sich einen Reisetraum verwirklichen zu können. Aber theoretisch hatten wir das Glück, uns jederzeit überallhin bewegen zu können. Und das haben viele auch fleißig gemacht: Hier ein Kurztrip nach Barcelona, da ein Sonderangebot nach Miami für eine Woche, das kann man doch nicht ausschlagen, und Thailand, Kambodscha und Laos kann man doch locker in drei Wochen abhaken, wenn man schonmal in der Ecke ist. Je mehr, je öfter, desto besser, das war bei vielen Urlaubern das Motto. Und jetzt dürfen wir plötzlich nicht mal mehr unsere Eltern in einem anderen Bundesland besuchen und wären unendlich dankbar dafür, sicher zu wissen, dass wir unsere geplante Reise Anfang nächstes Jahres auch wirklich antreten dürfen. Langsam kommt es bei uns an: Unsere Beziehung zum Reisen hat sich schleichend und gleichzeitig schlagartig verändert.

Post-Corona-Chance: Was ich damit sagen will – ich hoffe, dass die erste Reise nach Corona wieder etwas ganz Besonderes wird und uns in Staunen versetzt, so, als wären wir wieder 18 und zum ersten Mal ohne Eltern in der Welt unterwegs! Wir werden vorher ganz aufgeregt sein, bewusster urlauben, nichts mehr für selbstverständlich nehmen und uns einfach noch mehr freuen, dass wir in andere Kulturen eintauchen und viele unterschiedliche Menschen kennenlernen dürfen. Daran glaube ich fest, und darauf freue ich mich!

Zwei Frauen im Township von Kapstadt

Und Sie lade ich ganz herzlich dazu ein, trotz allem frohen Mutes nach vorne zu blicken. Ziehen Sie aus der Krise die Chance, was dazuzulernen und die Welt zum Besseren zu verändern. Freuen Sie sich auf das, was in nicht allzu ferner Zukunft wieder möglich sein wird. Und sehen Sie gleichzeitig, wie viel Glück wir haben, dass die Welt uns fast immer offen steht. Reisen Sie künftig bewusster, seien Sie solidarisch, denken Sie an Ihre Nachbarn genauso wie an die Menschen am anderen Ende der Welt. Und bis es so weit ist: Bewahren Sie Ruhe, genieße Sie den Frühling, träumen Sie – und bleiben Sie gesund.

Einsamer Strand

Nachhaltig und verantwortungsvoll Reisen

In der Reisebranche finden Sie immer mehr soziale Unternehmen, wie Fairaway. Für uns ist es wichtiger, einen positiven Beitrag zu einer schöneren Welt zu leisten, als Geld zu verdienen. Als soziales Unternehmen halten wir es für wichtig, dass die Menschen in den besuchten Ländern auch vom Tourismus profitieren. Dies bedeutet zum Beispiel, dass Angestellte ein angemessenes Einkommen haben, dass Reisende häufig in kleinen Hotels übernachten und Ausflüge unternehmen, die ein authentisches Erlebnis bieten. 

Nachhaltig unterwegs

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